» Wanderverein Kreis Steinburg – Wanderberichte – Hohenfelder Feuchtgebiete – 19km
Gehört dein Herz zum Spielen? Beseitigen Sie alle Zweifel und spielen Sie mit online casino 10 euro startguthaben. Sie sind es wert, gewonnen zu werden!
18.05.2013 – Streckenwanderung – Hohenfelder Feuchtgebiete – 19km


Witte Hof – Hohenfelder Moor – Breitenburger Moor – Moorkanal – Kreidegrube Saturn – Schloss Breitenburg – Stör – Malzmüllerwiesen
Streckenwanderweg, ca. 19 km, keine Markierung, Wanderstiefel erforderlich,
Startkoordinaten: N 53° E 51 23.2
Zielkoordinaten: N 53°E 55 11.1

(Klicken Sie auf den Kartenausschnitt um eine vergrößerte Version zu sehen.)

Startpunkt ist der Witte Hof an der L 116 Rethwisch.
Wir wandern in östlicher Richtung auf dem Wirtschaftsweg ca. 500 Meter entlang bis zum Gatter. Ab hier folgen wir ca. 7,5 km dem gemähten Biotopweg den wir während der Biotopwanderung nicht verlassen. In regelmäßigen Abständen sind immer wieder Sitzbänke für „Naturgenießer“ aufgestellt. Der Weg ist natur belassen und kann nach starken Regenfällen eine Herausforderung für den Wanderer sein.

Seit dem Erwerb und Pacht 1981 der Feuchtbiotopflächen sind viele Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Der Biotopweg führt uns zuerst durch das Hohenfelder Moor. Große Brachflächen und landwirtschaftlich genutzte Flächen lösen sich hier ab. Der Untergrund ist unter unseren Füßen ständig in Bewegung. Baum- und Sträuchergruppen unterbrechen die weite Landschaft. In der Ferne ist zur linken Seite das Zementwerk unser ständiger Begleiter. Wir wandern am Rand eines urweltlichen Nadelwaldes entlang und sehen zur rechten Seite das Breitenburger Moor. Das Breitenburger Moor ist ein ehemaliges Torfabbaugebiet das jetzt wieder renaturiert wird. Im ersten Abschnitt sehen wir eine endlos wirkende Wasserfläche mit kleinen Unterbrechungen durch Pflanzenbewuchs. Im letzten Abschnitt haben die Birken die Narben des Torfabbaus bereits verdeckt. Mit einem Fernglas besteht eine gute Möglichkeit die unzähligen Vögel zu beobachten. Ein Bestimmungsbuch erleichtert nicht nur die Zuordnung der Vögel sondern auch die der unzähligen Pflanzen und Tiere im feuchten Lebensraum.

Am Moorkanal angekommen biegen wir rechts ab und folgen knapp 3 km dem schmalen Pfad direkt am Kanal in nördlicher Richtung. Am Ende überqueren wir den Breitenburger Kanal mit Hilfe einer Brücke um dann links dem Kanal zu folgen. Der Moorkanal wurde 1875 von Kuno Graf zu Rantzau erbaut. Er hat 100 Jahre lang Schuten, Ewer und Schleppzüge zur Zementfabrik getragen. Heute dient der Kanal zur Entwässerung und wird von Wasserwanderern genutzt.

Bevor wir den Wanderweg am Moorkanal verlassen und unter dem Förderband der stillgelegten Kreidegrube Saturn wandern ist ein Blick in den erdgeschichtlichen Untergrund möglich. Bei Lägerdorf ist die Schreibkreide (ein subtropisches Meer erstreckte sich vor Urzeiten über Schleswig Holstein)durch Salzaufpressung bis zur Oberfläche hoch gedrückt worden und so ist bereits vor 200 Jahren Kreide abgebaut worden.

Auf der L 116 angekommen biegen wir links ab um gleich auf der anderen Seite der Brücke in nördlicher Richtung dem Wirtschaftweg am Kanal ca. 1 km bis Lehmkuhl zu folgen. Hier wandern wir ca. 800 Meter auf dem Fuß-Radweg entlang des Breitenburger Golfplatzes zum Schloss Breitenburg und durchqueren den Schlosshof.

Im 12.Jahrhundert entstand am heutigen Standort Breitenburger Schloss ein Wirtschaftshof des Klosters Bordesholm. 1526 erwarb Johann Rantzau, Amtmann in Steinburg, königlicher Stadthalter und Feldmarschall diesen Hof und ließ ihn ab 1531 ausbauen und befestigen. Unter seinem Sohn Heinrich Rantzau wurde die Anlage zu einem repräsentativen Gebäudekomplex erweitert und ab 1580 die zweistöckige Schlosskapelle errichtet. Heinrich Rantzau war ein bedeutender Stadthalter, Gelehrter und Schriftsteller. Breitenburg war zu dieser Zeit politisches und geistiges Zentrum der Herzogtümer Schleswig und Holstein. Nach der Zerstörung durch die Truppen Wallensteins im Jahre 1627 wurde das Schloss wieder aufgebaut. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte dem Hause unter dem dänischen Staatsminister Konrad Rantzau eine neue Blütezeit.
Neben den geschichtlichen Hintergrund und den schönen alten Baumbestand ist Schloss Breitenburg auch für seine hervorragenden Erfolge im Reitsport bekannt.

Nach weiteren 500 Meter auf dem kombinierten Fuß- und Radweg erreichen wir das Breitenburger Fährhaus. An dem Denkmal von C. Goedtke bei der Fähre kann man die verschiedenen Störquerungen gut ablesen. Anfangs war es eine Furt, dann konnte man sich mit einem kleinen Boot übersetzen lassen, 1632 wurde eine einfache Holzbrücke gebaut, die 1892 eine Rundbogenbrücke ersetzte. Die heutige Störbrücke stammt aus dem Jahre 1978.

Wir folgen in westlicher Richtung ca. 6 km dem Stördeich mit seinen vielen Windungen durch das Urstromtal der Stör bis zum Parkplatz Malzmüllerwiesen/Denkmal in Itzehoe. Dabei passieren wir die Breitenburger Schleuse, hier wurden bis vor einigen Jahrzehnten die Kähne der ehemaligen Breitenburger Portland Zementfabrik (heute Holcim) durchgeschleust.

von Uwe Schuldt


Zurück zu den Wanderberichte